Botanischer Garten Rombergpark in Dortmund

 

Jetzt im Mai hat es uns wieder gepackt: Die pure Sommerlust in unserem Garten, aber auch das Erkunden wunderschöner Parkanlagen in unserer Umgebung. 

Unweit der Stadtmitte Dortmunds liegt der große Rombergpark. 

Wir haben unseren Wagen auf dem terrassenartig angelegten, mit Bäumen umpflanzten Parkplatz abgestellt und betreten den Park am alten Torhaus, das verträumt an dem Rest der alten „Gräfte“, des Schlossgartens liegt. Bis heute bildet es den Haupteingang zum Rombergpark, der im weiten Tal des Schondellenbachs liegt.

Der Rombergpark ist ein Teil des ehemaligen Besitzes der „Herren von Romberg“, die seit 1585 auf Schloss Brünninghausen - auch Wasserschloss Romberg genannt - lebten. Dieses Schloss wurde bei Bombenangriffen im Jahre 1944 zerstört. 1958 wurde auf dem Gelände das Hotel Rombergpark und die Gebäude der Wirtschaftsschulen für Hotellerie und Gastronomie errichtet. Dieser Gebäudekomplex wurde 2008 wieder abgerissen und nicht weit vom alten Standort, gegenüber dem Rombergpark, neu bezogen. Sie ist die modernste und größte Hotelfachschule Deutschlands.

Das heute noch vorhandene Torhaus wurde 1957/58 getreu seiner ursprünglichen Form von 1681 wieder aufgebaut. Es ist der einzige Rest aus früherer Zeit. Heute befindet sich in den historischen Mauern die Städtische Kunstgalerie „Torhaus Rombergpark“. Ausstellungen und Konzerte stehen im Veranstaltungsprogramm. Ferner ist der Ort Garant für romantische Trauungen.

Neben dem Torhaus erinnert ein Gedenkstein an die ermordeten Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter, die bei Massenexekutionen im März und April 1945 im Romberg´schen Wald durch die Gestapo ums Leben kamen.

Der heute 65 ha große Park fand 1822 seinen Ursprung im englischen Landschaftspark, in den 1927 der Botanische Garten integriert und später erweitert wurde.

Es ist ein relativ weitläufiger, naturnaher Garten. 


Das geschwungene Wiesental wird in ganzer Länge von dem Schondellenbach durchflossen. Ein Teil des Wassers wird über einen gesonderten Lauf, den Wiesenbach, parallel geleitet, der den großen Teich in der Talwiese speist. Er besitzt eine Insel und stegartige Aussichtsplattformen mit Ruhebänken im Wasser.

Von dort kann der Besucher Karpfen, Wasservögel und die Entenfamilien beobachten. Auf beiden Seiten steigt der Park sanft an. Rechts an der Böschung begleitet eine Sortimentspflanzung Japanischer Azaleen mit teilweise recht alten Exemplaren den Weg. Sie blühen im April und Anfang Mai in bunten fröhlichen Farben.

Alle Wege führen durch eine abwechslungsreiche Wald- und Parklandschaft, in dem pflegeintensive Pflanzungen neben pflegearmen Park-, Wald- und Wiesenflächen liegen. 

Bäume und Sträucher stehen hier im Vordergrund. 

Er beinhaltet heute neben dem Arboretum die bekannte im Jahr 1822 gepflanzte Lindenallee. 

Sie ist im Sommer wie auch im Winter ein besonderer Anziehungspunkt für Spaziergänger.


Die alten Bäume zeigen, dass die Entstehung dieser grünen Oase im größten Industriegebiet Deutschlands eine lange Geschichte hat. 

In diesem Park kann man sich der Illusion hingeben, weitab vom hektischen Getriebe einer Industriestadt inmitten von Wald und Wiesen zu verweilen. 

Ein weitverzweigtes Wegenetz, von dem nur die Hauptwege asphaltiert sind, erschließt diesen Park von 12 verschiedenen Zugängen aus. 

Wo im Wald genug Licht zwischen den Bäumen hereinbricht, entwickelt sich eine grüne, zuweilen auch reizvoll blühende Strauch- und Staudenvegetation, die zum Schauen und Entdecken einlädt. 


Der Botanische Garten Rombergpark läuft zur Rhododendronzeit zu Hochform auf. So zieht die alljährliche bunte Blüte der Rhododendren im Mai neben den Insekten auch viele Besucher und Hobbyfotografen an. Zwischen 1952 und 1961 entstand dieser wunderbare Rhododendronwald. Zu der Zeit konnte man nämlich für die jährliche Hallengartenschau in der Westfalenhalle zollfrei Rhododendronsortimente einkaufen, die nach der Hallenschau in das mit alten Bäumen bestandene Wäldchen gesetzt wurden. So sind im Laufe der Jahre unzählige Rhododendron- und Azaleenbüsche in weit über 100 Sorten in diesem Wald heimisch worden.

Sie sind in diesem Teil des Gartens harmonisch zusammengewachsen und nie „vergärtnert“ worden. Darum ist dieser Parkteil während der Blütezeit der Rhododendron besonders schön. Ein Blüten- und Farbenmeer in weiß, gelb, rosa, lila und rot ist dann zu bewundern. 

Die alten und bis zu 7 m großgewachsenen, zum Teil einzigartigen Rhododendrenarten, bieten unter hohen Eichen und Hainbuchen eine optimale Kulisse, zur Freude vieler Besucher. 

Es ist ein erhabenes Gefühl, das sich einstellt, wenn man eine in voller Blütenpracht stehende Rhododendron-Allee entlang bummelt. 

Viele der hohen, alten Bäume sind mit Efeu bewachsen. Immer wieder dringt Licht durch das Dach der Bäume, das den unzähligen Rhododendron zum Leben und Blühen und einem üppigen Wachstum genügt. 


Neben den großen Büschen findet man auch seltene Arten und Sorten. Durch die geschickte Auswahl erstreckt sich die Blütezeit in diesem Park von Ende März bis Ende Juni und zieht alle Blicke auf sich. Diese auffälligen Blüten bestechen vor allem mit violetten und blauen Farbnuancen. 

Doch nicht nur die Rhododendron blühen um diese Zeit. Viele genügsame Gartensträucher legen jetzt ihr Festkleid an und sind zauberhafte Wegbegleiter. 

So blühen ungefähr zu gleicher Zeit die vielen Azaleensorten. Den Blütenreigen der Azaleen führt jedoch die reich im Park vertretene, leuchtend orangerote Sorte an. 

Da die meisten Rhododendron- und Azaleenarten gar nicht duften, war man so klug, hier und da immer wieder eine gelbe Pflanze zu setzen. Sie schafft nicht nur leuchtende Punkte, sondern vor allem diesen berauschenden tiefaromatischen Duft. 


Der Rombergpark wird zwar dominiert von Rhododendren, großen Bäumen und verschiedenen Sträuchern, doch auch zahlreiche Stauden, wie Funkien und Farne wachsen im lichten Schatten eines Waldgartens. Besonders eindrucksvoll sind die Kombinationen von Funkien und hier besonders die Kombination verschiedener Sorten mit unterschiedlichen Blattformen und Blattfarben. Diese umfangreiche Pflanzensammlung ergibt diese beeindruckende Gartenlandschaft.

Durch verschlungene Wege mit Holzhäcksel oder Rindenmulch und romantischen Sitzplätzen wird die Wirkung der Rhododendren und Azaleen noch gesteigert. Auf diesen Seitenwegen findet man selbst heute, am stark besuchten Sonntag, noch idyllische Ruhe. 

Der Park ist wirklich Natur pur und wir fühlen uns hier beim Spazieren gehen und Bestaunen so richtig wohl. Von welcher Seite man den Rhododendronwald auch betritt, immer wieder spürt man, dass dieser Teil zurzeit der Schönste des Parks ist.

Ein weiterer schöner Spaziergang führt durch das 1988 neu geschaffene Moor- und Heidebiotop.

 

Obwohl auf einer Gesamtfläche von 7000 qm künstlich angelegt, hat sich die Moorlandschaft so gut entwickelt, dass man den Eindruck bekommt, eine natürlich entstandene Landschaft vor sich zu haben. 

 

Durch die Bepflanzung von Torfmoosen, Moorheide, Sauergräsern und anderen moortypischen Pflanzen wird der Lebensraum naturnah simuliert. 


Verstärkt wird der Eindruck noch durch einzeln stehende Kiefern, Wacholder und Birken und die lockeren weißen Sandwege, die so typisch für die Heide sind. Diese eindrucksvolle und wunderschöne Fläche ist die weltweit größte künstliche Moor- und Heidelandschaft, die den Besuchern eine einzigartige, aber gefährdete Landschaft näher bringt.

 

Nur ein paar Schritte weiter befindet sich der Lehrbienenstand.

 

Es ist ein besonderer Treff für Schulklassen und Kindergärten, denn hier erfahren sie wie die Bienen leben, wie sie Honig produzieren und wie viele Bienen es braucht, um ein Glas Honig zu füllen. 

 

Am heutigen Sonntag ist dieses Haus leider geschlossen.


Wir bummeln durch den Park und finden an besonders schönen Stellen verschiedene Gartenpavillons, die manchmal von bunt blühenden Büschen umlagert sind. Diese schattenspendenden Ruheplätze sind nicht nur ein Blickfang hier im Park, sondern sind manchmal auch ein verschwiegenes Refugium für ein paar schöne Minuten zum Entspannen oder bieten einen schönen Blick in die Parklandschaft.

Denn es gibt auch weite Rasenflächen mit einzelnen Baumgruppen. Diese Flächen lassen den Park noch großflächiger erscheinen und betonen den „englischen“ Landschaftscharakter des Parks. Den Übergang von der Wald- in die Parklandschaft bilden zwei lange Rosenrabatte. Leider ist es für die reizvolle Rosenblüte noch etwas zu früh und so bleibt als Hingucker nur die überlebensgroße Holzskulptur.

Es ist ein herrlicher Maitag. Die Sonne scheint, die Luft riecht nach Frühling, und wir wollen diesen Tag mit einem Erdbeer-Eisbecher im Cafe Orchidee noch versüßen. Dieses Cafe wurde bereits im Jahr 1958 vor den Tropenhäusern eröffnet und hat zumindest für Dortmund seit geraumer Zeit einen Kult-Status erreicht. Seit der Eröffnung habe ich zusammen mit meinen Eltern und später mit meinem Mann schon unzählige Male in der Außengastronomie gesessen, mich verwöhnen lassen und die schmucken Sommerblumenbeete und die verschiedene Bepflanzung im großen Wasserbecken bewundert.

Nach einer gelungenen Pause setzen wir unseren Spaziergang durch den Park fort. Die unmittelbar an das Cafe angrenzenden Pflanzenschauhäuser mit ihrer großen Anzahl an seltenen, exotischen und teilweise atemberaubenden Pflanzen lassen wir heute aus. 

Uns zieht es lieber in das Primel- und Farntal. Dieses kleine Tal hat auf ihrer ganzen Länge etwa 20 m Gefälle und wird von einem rostroten Bach durchflossen, der mit kräftiger Strömung zum Schondellebach fließt. 

 

Es handelt sich hierbei um eisenockerhaltiges (rostiges) Grubenwasser aus der Zeche „Glückaufsegen“. 

 

Nach der Abdichtung des Stollens Christine u. Schöndelle 1955 suchte sich das dort austretende Grubenwasser einen neuen Abfluss. 


Es trat dann im Primeltal mit hohem Druck aus. Da das Grubenwasser aus tieferen Schichten stammt, beträgt die Temperatur ganzjährig zwischen 13°C und 15°C.

Fische und Insektenlarven können im Bach nicht überleben, da der Ockerschlamm ihre Atmungsorgane verstopft. 

Dieser Bach ist nicht nur für Kinder eine Attraktion, sondern wirft oft auch bei Erwachsenen neugierige Fragen auf. 

 

Entsprechende Informationstafeln erläutern die Entstehung. 


Kunterbunt blüht es in diesem Tal. Zwischen den verschiedenen feuchtigkeitsliebenden Farnarten, die jetzt im Mai kraftvoll mit ihren zartgrünen Wedeln aus dem Boden sprießen, wird die Landschaft am Bachlauf von einer Vielzahl von Primeln geprägt. 

Sie blühen in unterschiedlichen Farbtönen von Ende Mai bis Ende Juni in unzähliger Menge. Die rein goldgelbe Art, wird auch Königin des Sumpfes genannt. 

Hier im Primel- und Farntal blüht überwiegend die rotviolette Etagenprimel. Ihre Blüten sind trichterförmig in 2 – 6 Quirlen und in mehreren Etagen übereinander angeordnet. 


Die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen gedeihen hier zusammen mit Sumpfiris, Sommerknotenblume und anderen Stauden feuchter Standorte im Halbschatten der Bäume besonders gut. 

Manche Pflanzen haben auch nur attraktive Blätter, die monatelang, manche das ganze Jahr über, den Blick auf sich ziehen. Zwischendurch steht auch mal eine Telekia-Staude (großblumiger Schein-Alant). Die üppig wirkende Staude mit den feinen goldgelben Strahlenblüten und ihrer kraftvollen schönen Belaubung ist von bester Wirkung am Bachlauf. 

Ein schmaler Weg führt entlang der Blumenpracht hinauf zu einer kleinen Brücke, von der man einen schönen Blick auf das blütenreiche Tal mit dem roten Bach hat.


Zurück auf dem Hauptweg im weiten Wiesental mit dem Schondellenbach kreuzt eine Entenfamilie unseren Weg. Sichtlich wohlfühlen sich die Enten mit ihren Jungen und lassen sich auch von den Besuchern des Parks nicht aus der Ruhe bringen, zielstrebig geht es zurück zum Teich, nachdem sie im Rasen Gräser und Kräuter gerupft haben.

Beim Überschreiten der alten Bogenbrücke treffen wir die Enten mit ihren Jungen unterhalb der Brücke schwimmend wieder.

Die Uferzonen des Teiches wurden stellenweise mit ökologisch geeigneten Pflanzen besetzt, die gleichzeitig auch als Entenfutter dienen.

Neben viel Grün, blühenden Sträuchern und Romantik hat der Park im Süden Dortmunds seit 2004 einen Skulpturenweg zu bieten, der sich quer durch den Park zieht und neun Stationen hat.


Die teils überlebensgroßen Figuren wurden von Bernd Moenikes, einem Dortmunder Bildhauer, geschaffen. Die Skulpturen sind zum großen Teil aus Holz, teilweise auch versetzt mit Stein und Metall.

Unser Weg führt uns vorbei am Großen Teich oder auch Schlossteich des einstigen Hauses Brünninghausen in das Pferdebachtal, dem östlichen Teil des Rombergparks. Hier wurde der Pferdebach, bevor er in den Schondellebach fließt, zu einem Sumpfzypressenteich angestaut.

In diesem etwas versteckt liegenden, eher morastigen Teich wird an die längst vergangene Kreidezeit erinnert, in der auch bei uns die Sumpfzypressen heimisch waren. Die hier angepflanzten namensgebenden „Echten Sumpfzypressen“ sind mehr als 70 Jahre alt. Die Sumpfzypresse, die früher weite Gebiete der Erde besiedelte, wurde immer weiter von konkurrenzfähigeren Gehölzen zurückgedrängt. 

Auf den umliegenden Feuchtwiesen wachsen Binsen, Sauergräser, Froschlöffel, Sumpfschwertlinie und auch der Blutweiderich mit seinen hohen, purpurroten Blütenkerzen. Selten findet man in Stadtnähe ein so artenreiches Sumpfgelände, daher ist die gesamte Teichanlage ist als Naturdenkmal geschützt.

Nun sind wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung durch die Freilandpflanzungen des Botanischen Gartens Rombergpark angekommen. Es gibt noch unendlich viel zu sehen in diesem weitläufigen Park.

Für heute verabschieden wir uns mit einem letzten Blick auf die Skulptur „Riesenhände“ mit dem im Hintergrund stehenden Torhaus. 

Der Park zieht neben den Besuchern der näheren Umgebung auch Publikum aus anderen Bundesländern und dem Ausland an, denn er ist in seiner Gesamtheit seit 2006 Flächendenkmal.

 

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