Lüdinghausener Kleeblatt-Radtour Nr. 3

 

Für unsere heutige Fahrradtour haben wir uns eine der vier Lüdinghausener Kleeblatt-Radtouren ausgesucht. Die GPX-Daten für diese Radtour habe ich mir beim  ADFC Lüdinghausen herunter geladen. So ist man auf der sicheren Seite und muss beim Radfahren nicht dauernd Karte lesen. Natürlich ist eine Karte trotzdem immer dabei. Man will ja schließlich wissen, wo man sich gerade befindet. Die Fahrräder also auf den Fahrradträger und ab geht es mit dem Auto in Richtung Lüdinghausen. 

Starten wollen wir in Lüdinghausen am Klutensee, den wir nach ca. 50 Minuten Autofahrt erreichen. Etwa 100 Meter südlich des Sees befindet sich das Klutensee- Bad, wo wir dann auch unser Auto abstellen und die Radtour beginnen.


Der Klutensee ist ein ca. sieben Hektar großer Baggersee, der in der Sommerzeit viele Badegäste anlockt.

Der See ist Brutgebiet zahlreicher Wasservögel und das Naturschutzgebiet rund um den See laden zudem jährlich zahlreiche Besucher zum Wandern ein.

Entstanden ist der See 1936/37 bei der Begradigung des Dortmund-Ems-Kanals bei Olfen, um den Damm für die "Neue Fahrt" aufzuschütten.


Los geht es: Vom Parkplatz "Klutensee-Bad" fahren wir bis zum "Biologischen Zentrum Lüdinghausen". Wir verlassen nach ca. 300 Metern die Hauptstraße und weiter geht es durch Wiesen und Felder vorbei am Klutensee. Auf der Straße Klutendamm geht`s es anschließen links weiter und wir sehen von weiten schon die "Berenbrocker Brücke" die uns kurze Zeit später über den Kanal in Richtung Seppenrade führt. 

 

 

Kurz vorher an der Ecke Klutendamm/Berenbrock stehen wir aber noch vor einem Wegekreuz mit der Inschrift:

"Ich bin die Auferstehung und das Leben".

Anlässe, ein Kreuz oder einen Bildstock aufzustellen,
sind vielfältig.

Freudige Ereignisse wie Hochzeiten, Genesung von Krankheiten oder auch die glückliche Heimkehr von Familienmitgliedern aus einem der beiden Weltkriege hat viel Familien früher wie auch heute dazu bewegt ein Bildstock aufzustellen, um Danke zu sagen.


Wir überquerren anschließend den alten Kanalarm "Alte Fahrt" und es geht weiter durch Rapsfelder in Richtung Seppenrade. Im Hintergrund kann man auch schon den Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Dionysius von Seppenrade sehen.

Bekannt ist Seppenrade für seinen schönen Rosengarten, in dem ca. 600 Rosensorten blühen.
1968 wurde der Garten von engagierten Bürgern auf einer ehemaligen Mülldeponie angelegt. Er wird bis heute ehrenamtlich von sogenannten Rosenfrauen und Rosenmännern gepflegt und gestaltet.

Der etwa zwei Hektar große Park ist über ein rund 2,5 km langes gepflastertes Wegenetz erschlossen, sodass man die meisten der 24.000 Exemplare aus unmittelbarer Nähe betrachten kann.


Bereits im zeitigen Frühjahr ziehen die ersten Frühlingsblüher die Besucher in die ganzjährig geöffnete Anlage. Hochsaison ist aber die Zeit zwischen Juni bis Ende August, wenn die über 600 Rosensorten den Park in ein Blütenmeer verwandeln. 

Heute ist der 23. Juni, die Sonne strahlt vom fast wolkenlosen Himmel und wir können die farbenfrohen und teilweise duftenden Rosen bewundern. 


Natürlich, wie in jedem schönen Garten, ist auch ein Teich mit Seerosen und über 300 Zierfischen vorhanden.

Das Heimathaus, das mitten im Garten steht, wurde 1997 - 1998 von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Heimatvereins gebaut. Es wird nicht nur für gesellige Treffen der Vereinsmitglieder genutzt, es dient auch zur Aufbewahrung von Maschinen und Geräten. 

Nach gut einer Stunde hier im Park geht es dann quer durch Seppenrade, vorbei an der Kirche St. Dionysius, weiter. Die kath. Pfarrkirche mit ihrem markanten, 74 Meter hohen Turm, wurde nach einem Entwurf des Architekten August Hanemann in den Jahren 1882-1885 im neugotischen Baustil errichtet.

 

Etwas später treffen wir in der Straße "Auf den Äckern" in Seppenrade auf zwei Stationen, die zum Seppenrader Kreuzweg gehören.

 

Station IX

Jesus wir ans Kreuz geschlagen

 

Station XI

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze.


30 Minuten später erreichen wir das Flüsschen Stever bei Olfen. Die Stever ist ein ca 58 km langer Nebenfluss der Lippe. Sie entspringt zwischen Münster und Coesfeld und schlängelt sich durch Wiesen, Weiden und Felder vom Münsterland bis ins nördliche Ruhrgebiet. Hier bei Olfen ist der Zufluss der Lippe ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsgebiet. 


Hier blicken wir auch direkt auf die Füchtelner Mühle. Im Internet unter www.Münsterlad.de habe ich gefunden, dass Fürstbischof Otto III., Graf von Rietberg (1301-1306), die Füchtelner Mühle als Landesmühle erbauen ließ.
Sie gehörte zur Wasserburg Haus Füchteln, die Stammsitz der Ritter von Kukelshem war. Mit der Erschließung des Ruhrgebietes im 19. Jahrhundert wurde die Wassermühle auch als Sägemühle genutzt.

Im Zuge des Ausbaues der Stever hat das Wasserwerk Gelsenkirchen das alte Mühlenstaurecht zur Füchtelner Mühle einschließlich der bestehenden Anlagen aufgekauft. 1992 entstanden ein Wohnhaus und ein Wasserkraftwerk in den alten Gebäuden. Gleich in der Nähe, gegenüber, befindet sich das Landhaus und Restaurant/Café  Füchtelner Mühle.

 

Vorbei am Freibad Olfen, quer durch die Eversumer Heide erreichen wir nach gut 40 Minuten bei Ahsen an der "Waldferiensiedlung Eversum" die Lippe.

 

 

Seit Jahrzehnten ist der Lippebogen in Höhe von Gut Eversum ein beliebtes Ausflugsziel.


Nachdem die Lippe hier über Jahre stark eingeengt wurde, soll sie nun auf ca. 6 km Länge wieder renaturiert werden. Stück für Stück soll sich die Lippe als längster Fluss in Nordrhein-Westfalen wieder zu einem naturnahen Gewässer entwickeln.

Wir gelangen hier ganz bequem über einen langen Steg auf eine Plattform, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Lippebögen sowie die Tiere auf der gegenüberliegenden Seite der Lippe hat.

Immer der Straße Lehmhegge folgend geht es nun weiter zur "Alten Fahrt". Als "Alte Fahrt" wird ein stillgelegter Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals bezeichnet. Von weiten sehen wir schon die historische Kanalbrücke, mit deren Hilfe die sogenannte "Alte Fahrt" (der frühere Dortmund-Ems-Kanal) die Lippe überquert. 

Der Dortmund-Ems-Kanal wurde 1899 eröffnet. Hier im Bereich der "Alten Fahrt" war der Kanal mit besonders hohen Dämmen versehen und überquerte durch fünf Kanalüberführungen, drei Straßen, die Lippe und die Stever. Wir befinden uns hier an der Lippeüberführung. 

In drei mächtigen Bögen und einer Spannweite von je 21 Metern wölbt sich die Brücke 18 Meter über dem Wasserspiegel der Lippe. Der Brückentrog ist 15 Meter breit und 70 Meter lang. Heute führt durch das ehemalige Kanalbett der "Alten Fahrt" ein Fahrradweg und von der gewaltigen Bogenbrücke haben wir einen grandiosen Blick über die Lippeaue.

Entlang der "Alten Fahrt" geht es für uns dann weiter nach Olfen. Von Dattel bis nach Olfen ist der alte Kanalcharakter noch erhalten geblieben und es ist inzwischen ein langes Biotop entstanden, das am ehemaligen Stadthafen endet.

 

In der Stadtmitte von Olfen wurde der Kanal zugeschüttet und der Bereich rund um das alte Hafenbecken ganz neu umgestaltet. Rasenterrassen machen hier das Ufer zugänglich und die neu gestaltete Insel ist durch eine Holzbrücke erreichbar. Auf dem lang gestreckten Grünzug verläuft heute der Radweg, von wo aus wir einen herrlichen Blick über den alten Hafen bis zur Vitus-Kirche haben.

Etwas weiter überquert die "Alte Fahrt" das Flüsschen Stever. Das Brückenbauwerk hier ist auch als "Dreibogenbrücke" bekannt und gehört zu den drei historischen Kanalbrücken auf Olfens Stadtgebiet, die ehemals den Dortmund-Ems-Kanal über die Stever und die Lippe führten. 

Kurz bevor wir den Dortmund-Ems-Kanal erreichen, stehen wir am Yachtclub Dortmund Ems e.V. Olfen. Ab hier ist ein etwa 800 Meter langes Stück der "Alte Fahrt" erhalten geblieben und direkt mit dem Dortmund-Ems-Kanal verbunden. Dieser Hafen war ursprünglich in Olfen beheimatet und wurde später an seine heutige Position verlegt.

Wir radeln gemächlich weiter und kommen nun zum heutigen Dortmund-Ems-Kanal. Vom Radweg haben wir dann auch eine schöne Sicht auf die Einmündung der "Alten Fahrt" in den Dortmund-Ems-Kanal.

Nun führt uns der Radweg nach Lüdinghausen, wo wir eine Pause einlegen möchten, bevor es wieder zurück zum Klutensee geht. Direkt am Kanal entlang macht es richtig Spaß, einfach so dahin zu rollen und nebenbei auf das Wasser zu gucken sowie die Schiffe und zahlreiche Enten zu beobachten. 

Nun führt uns der Radweg nach Lüdinghausen, wo wir eine Pause einlegen möchten, bevor es wieder zurück zum Klutensee geht. Direkt am Kanal entlang macht es richtig Spaß, einfach so dahin zu rollen und nebenbei auf das Wasser zu gucken sowie die Schiffe und zahlreiche Enten zu beobachten. 

In Lüdinghausen angekommen treffen wir, wie schon bei unserer Radtour 2017, zuerst auf die neu gestaltete "Borg" (Stadtstrand). Die Stadt Lüdinghausen gehörte 2005 beim Wettbewerb “Stadt macht Platz - NRW macht Plätze" mit ihrem Wettbewerbsbeitrag (Stadtstrand) zu den Preisträgern. Dieser Entwurf konnte dann im Jahr 2012 mit Fördergeldern des Landes NRW umgesetzt werden und bietet heute den Bürgern von Lüdinghausen einen attraktiven Aufenthaltsort an der Stever. Im Juli 2013, als der Platz nach viermonatigen Umgestaltungsarbeiten eingeweiht wurde, gab es viel Kritik aufgrund der hohen Kosten von rund 500 000 Euro.

 

Von hieraus hat man auch einen wunderbaren Blick auf die katholische Kirche St. Felizitas.

Sie soll bereits die dritte Kirche sein, die an dieser Stelle gebaut wurde. Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1507 begonnen und es dauerte, wegen der Unruhen zu dieser Zeit, 43 Jahre, bis die Kirche 1558 vollendet wurde.

 

Nach einer ausgiebigen Pause hier in Lüdinghausen geht es wieder zum Ausgangspunkt Klutensee zurück.

Der See hat sich in den letzten Jahren als kleines Ferienparadies für zahlreiche Gäste aus dem nahen Ruhrgebiet herausgeputzt.
Viele "Wasserratten" lieben hier die Ruhe und Natürlichkeit des Sees.